Wie erstelle ich ein Leistungsverzeichnis nach ÖNORM A 2063?
Ein Leistungsverzeichnis nach ÖNORM A 2063 entsteht aus einer standardisierten Leistungsbeschreibung (z. B. LB-HB für Hochbau, LB-HT für Haustechnik): Sie wählen die passenden Positionen aus, tragen die Mengen ein, legen fest, wo der Bieter selbst etwas angeben soll, und geben das LV frei. Aus dem freigegebenen Stand entstehen das PDF für die Bieter und der ÖNORM-Datenträger (ONLV), der gegen das Schema der Norm geprüft ist.
Schritt für Schritt
- Projekt anlegen und Ausschreibung beginnen. Im Projekt eine neue Ausschreibung anlegen und ihr einen Namen geben, den auch der Bieter versteht — etwa „Heizung/Sanitär Haus B“.
- Leistungsbeschreibung wählen. Für Rohbau und Ausbau die LB-HB, für Haustechnik die LB-HT — in der Version, auf die sich der Vertrag beziehen soll, nicht automatisch die neueste.
- Positionen auswählen. Nach Stichwort oder Positionsnummer suchen und anhaken. Kurztext, Langtext und Einheit kommen aus dem Katalog; die Einheit entscheidet später, wie abgerechnet wird.
- Mengen eintragen. Nur Mengen, keine Preise. Wo die Menge noch unsicher ist, eine geschätzte Menge mit Hinweis im Langtext statt einer Null.
- Bieterlücken setzen. Festlegen, wo der Bieter selbst etwas angibt — etwa ein angebotenes Produkt oder einen Kennwert. Diese Angaben stehen später im Preisspiegel nebeneinander.
- Schätzpreise erfassen. Die eigene Kostenschätzung je Position eintragen. Sie bleibt intern und erscheint nicht im Bieter-PDF, dient aber im Preisspiegel als Vergleichsmaßstab.
- Freigeben. Die Freigabe friert den Stand ein. Änderungen danach erzeugen eine neue Revision — so kann sich jeder Bieter darauf verlassen, worauf er bietet.
Worauf es bei einem LV nach A 2063 ankommt
Die Herausforderung ist selten der Text, sondern die Vergleichbarkeit: Nur wenn alle Bieter auf dieselben Positionen, Einheiten und Mengen anbieten, lassen sich die Angebote Zeile für Zeile vergleichen. Genau dafür gibt es die standardisierten Leistungsbeschreibungen — ein Text, den beide Seiten gleich verstehen, eine Einheit, über die nicht gestritten wird, und eine Nummer, unter der der Bieter die Position in seinem eigenen System wiederfindet.
Was BauNormal dabei übernimmt
- Katalogauswahl statt Texterfassung: Position anhaken, Kurztext, Langtext und Einheit stehen fest.
- Ein Fortschrittszähler zeigt, welche Positionen noch unvollständig sind, und warnt bei Mengen von null.
- Schätzpreise bleiben intern und werden im Preisspiegel neben jedes Angebot gestellt.
- Aus demselben Stand entstehen PDF und ÖNORM-Datenträger — ohne zweites Erfassen.
- Der Datenträger wird gegen das Schema der ÖNORM A 2063 geprüft (Ausgabe 2021 oder 2015).
Wie lange es dauert
Für ein kleines Gewerk rund 20 Minuten: Die Texte kommen aus dem Katalog, Ihre Arbeit sind die Mengen und die Entscheidung, wo der Bieter etwas beitragen soll.
Was bleibt bei Ihnen
- Die Mengen ermittelt niemand für Sie — sie kommen aus Ihren Plänen oder einem Aufmaß (in BauNormal auch aus PDF- und DWG-Plänen).
- Positionstexte gibt es nur mit einer Leistungsbeschreibung. Mitgeliefert sind Hochbau und Haustechnik; weitere, etwa für Straßenbau, spielen Sie mit eigener Lizenz selbst ein.
Weiterlesen
- Anleitung: Ausschreibung anlegen
- Grundlagen der Ausschreibung nach A 2063
- Was ist ein ONLV-Datenträger?
Diese Schritte gehen in BauNormal — 30 Tage kostenlos, ohne Zahlungsdaten, endet automatisch.
Kostenlos testenZuletzt geprüft am · Robert Beisteiner, BauNormal