Ausschreibung anlegen — in 20 Minuten zum versandfertigen LV
Bauleistungen ausschreiben nach ÖNORM A 2063: vom leeren Projekt zum freigegebenen Leistungsverzeichnis — Positionen aus dem Katalog, Bieterlücken, Schätzpreise.
Ein Leistungsverzeichnis ist die Grundlage jeder Vergabe — und der Punkt, an dem die meiste Zeit verlorengeht. Dieser Artikel zeigt den Weg vom leeren Projekt bis zum freigegebenen LV, das Sie an Bieter versenden können. Die Texte, die Einheiten und die Nummern kommen aus dem Katalog; Ihre Arbeit sind die Mengen und die Entscheidung, wo der Bieter etwas beitragen soll. Für ein kleines Gewerk sind das rund 20 Minuten.
Was Sie danach haben
Ein freigegebenes Leistungsverzeichnis, das Sie an Bieter versenden können — mit Mengen, mit den Stellen, die der Bieter selbst ausfüllen soll, und mit Ihrer internen Kostenschätzung, die im Bieter-PDF nicht auftaucht.
Rechnen Sie mit 20 Minuten für ein kleines Gewerk. Der Katalog nimmt Ihnen die Texte ab; Ihre Arbeit sind die Mengen und die Entscheidung, wo der Bieter etwas beitragen soll.

Was BauNormal dabei abnimmt
- Katalogauswahl statt Texterfassung: Stichwort oder Positionsnummer eingeben, Position anhaken — Kurztext, Langtext und Einheit stehen damit fest.
- Der Fortschritt zeigt, was fehlt. „9 von 14 vollständig", ein Sprung zur ersten offenen Position, und eine Warnung bei Mengen von null.
- Schätzpreise bleiben intern. Ein Schalter im Druckprofil hält sie aus dem Bieter-PDF heraus — einmal einstellen, danach nie wieder daran denken.
- Der Entwurf wird laufend gesichert, auch wenn Sie zwischendurch etwas anderes tun.
- Aus demselben Stand entstehen PDF und ÖNORM-Datenträger — kein zweites Erfassen für den Versand.
Voraussetzungen
- Ein Projekt (unter Projekte anlegen — Name, Bauvorhaben, Auftraggeber).
- Ein aktiver Katalog. Ohne ihn gibt es keine Positionstexte; die Auswahl zeigt dann nichts an.
Schritt für Schritt
- Projekt öffnen → Reiter Ausschreibungen → Neue Ausschreibung. Vergeben Sie einen Namen, den auch der Bieter versteht: „Heizung/Sanitär Haus B" ist brauchbar, „AS-2026-04" nicht.
- Katalog wählen. Für Haustechnik ist das die Leistungsbeschreibung Haustechnik (LB-HT); für Rohbau und Ausbau die LB-HB. Die Version steht daneben — nehmen Sie die, auf die Sie sich im Vertrag beziehen wollen, nicht automatisch die neueste.
- Positionen auswählen. Suchen Sie im Katalog nach Stichwort oder Positionsnummer. Beispiele aus der Praxis:
140401AFußbodenheizung in Beton 60 W/m² (m²),610420AAbwasser-Hebeanlage WC mit Waschtisch (Stk),021632AHeizkörper abtragen, Blech (Stk). Die Einheit kommt aus dem Katalog und ist nicht verhandelbar — sie entscheidet später, wie abgerechnet wird. - Mengen eintragen. Nur die Menge, keine Preise. Wo Sie die Menge noch nicht kennen, ist die ehrliche Antwort eine geschätzte Menge samt Hinweis im Langtext — nicht eine Null.
- Bieterlücken setzen (siehe unten).
- Schätzpreise erfassen (siehe unten).
- Freigeben. Erst die Freigabe macht aus dem Entwurf eine versandfähige Fassung. Danach ist der Stand eingefroren; Änderungen erzeugen eine neue Revision, und das ist Absicht: Ein Bieter muss sich darauf verlassen können, worauf er geboten hat.
Woher die Menge kommt: das Voraufmaß
Sie können die Menge einer Position nicht nur eintragen, sondern herleiten — Zeile für Zeile mit Rechenansatz, Zwischensummen, Hilfswerten und Kommentaren. Die Anwendung summiert daraus die Menge.
Das lohnt sich zweimal: Sie können Monate später erklären, wie die 412 m² zustande kamen, und die Herleitung reist im Datenträger mit — allerdings nur dort, wo die Norm sie zulässt: im Entwurfs-LV, im Kostenschätzungs-LV und in den Nachtrags-LV-Arten. Im Ausschreibungs- und Angebots-LV wäre sie schema-invalid und wird weggelassen. Der Bieter bekommt also die Menge, nicht Ihre Rechnung.
Nicht zu verwechseln mit dem Abrechnungsaufmaß — das ist, was tatsächlich geleistet wurde, und steht im Aufmaßblatt.
Bieterlücken — was sie sind und wann sie sich lohnen
Eine Bieterlücke ist eine Stelle im Positionstext, die der Bieter selbst ausfüllt: Fabrikat, Typ, Wandstärke, Leistung. Sie steht dort, wo Sie das Ergebnis vorgeben wollen, aber nicht das Produkt.
Wann sie sich lohnt:
- Fabrikat und Typ bei gleichwertigen Erzeugnissen — Sie vergleichen dann Preis UND Angebot.
- Technische Kennwerte, die der Bieter aus seinem Produkt ableitet (Leistung, Gewicht, Maß).
Wann sie schadet:
- Bei Angaben, die den Preis wesentlich bestimmen und die Sie eigentlich festlegen müssten. Dann bekommen Sie Angebote, die nicht vergleichbar sind.
- Wenn zur Lücke die Einheit fehlt oder unklar ist. Der Bieter füllt dann irgendetwas ein, und beim Vergleich stehen Äpfel neben Birnen.
Faustregel: Eine Lücke gehört dorthin, wo der Bieter etwas weiß, das Sie nicht wissen — nicht dorthin, wo Sie sich noch nicht entschieden haben.
Schätzpreise — für Sie, nicht für den Bieter
Schätzpreise sind Ihre eigene Kostenannahme je Position. Sie erfüllen zwei Zwecke: Sie kennen den Rahmen vor der Vergabe, und beim Vergleich sehen Sie sofort, welche Position aus dem Rahmen fällt.
Wichtig: Schätzpreise gehören nicht in das Dokument, das der Bieter bekommt. Steuern lässt sich das im Druckprofil unter *Unternehmen → Druckprofil → Inhalte* mit dem Schalter Schätzpreise. Prüfen Sie das einmal am Testdruck, bevor Sie das erste Mal versenden — danach nie wieder.
Häufige Fehler
- Mengen von Null. Eine Position mit Menge 0 wird oft übersehen und taucht später als Nachtrag wieder auf, zu dann nicht mehr verhandelten Preisen.
- Zu viele Lücken. Jede Lücke ist Arbeit für den Bieter und ein Risiko für die Vergleichbarkeit. Sechs gut gesetzte Lücken sind besser als sechzig.
- Freigabe vergessen. Ein Entwurf lässt sich versenden, aber nicht sauber vergleichen — Sie wissen dann nicht, worauf jemand geboten hat.
- Neueste Katalogversion statt der vertraglich vereinbarten. Positionsnummern wandern zwischen Versionen; im Streitfall zählt, worauf sich der Vertrag beruft.
Was danach sinnvoll ist
Bieter einladen und Fristen setzen — und wenn die Angebote da sind, den Preisspiegel öffnen. Wie Sie ein Angebot als Bieter legen, steht in Angebot legen; das lohnt sich auch für Auftraggeber, weil man dann sieht, was man den Bietern zumutet.
Diese Schritte gehen in BauNormal — 30 Tage kostenlos, ohne Zahlungsdaten, endet automatisch.
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Zuletzt geprüft am
Diese Anleitung wird mit der Anwendung gepflegt. Fehlt etwas oder stimmt ein Schritt nicht mehr mit dem überein, was Sie am Bildschirm sehen, schreiben Sie uns bitte an info@baunormal.at — wir antworten schnellstmöglich.
Weitere Anleitungen
- Bieterlücke: was sie ist und wie man sie richtig setzt
- Parameterlisten und Kennwerte — strukturierte Angaben statt Prosa
- Gliederung, Leistungsteile und Lose
- Schätzpreise und Kostenrahmen
- Vergabeverfahren führen — A 2050, BVergG und der Vergabevermerk
- Bieter einladen und Fristen setzen
- Angebote vergleichen und den Bestbieter ermitteln
- Zuschlag erteilen und das Vertrags-LV festhalten
- Kostenplanung nach ÖNORM B 1801-1
- Öffentliche Aufträge suchen, finden und das LV einlesen
- Angebot legen — von der Einladung bis zum Einreichen
- Bieterlücken füllen und Preisanteile richtig eintragen
- Kalkulieren nach ÖNORM B 2061
- K-Blätter erklärt: K2 bis K7 nach ÖNORM B 2061
- Bauabrechnung — von der Aufmaßzeile bis zum Abrechnungs-LV
- Direktauftrag — vom Angebot bis zum Leistungsbericht für Endkunden
- Bauprojekt einrichten — Daten, Beteiligte, Dateien
- Aufmaßblatt anlegen und prüffähig halten
- Massenermittlung aus Plänen — Mengen übernehmen statt abzählen (Beta)
- Nachträge stellen und prüfen
- Abschlagsrechnung, Teilschluss- und Schlussrechnung am Bau — welche wann
- Gleitpreise nach ÖNORM B 2111 — veränderliche Preise abrechnen
- Baumängel erfassen und abarbeiten — die Mängelliste am Bau
- Bauabnahme durchführen und das Abnahmeprotokoll erstellen
- Bautagebuch führen, das im Streitfall trägt
- Bauzeitenplan führen — Balkenplan, Puffer, Vertragstermine
- Ressourcen planen — Personal, Geräte, Kalender
- Zeiterfassung auf der Baustelle — Stunden bis zur Lohnverrechnung
- Kennzahlen und Auswertungen richtig lesen
- Eigene Preise pflegen und fortschreiben
- Eignung prüfen und Nachweise bereithalten
- Benachrichtigungen — wer wann worüber informiert wird
- Team, Rechte und Lizenzen
- Eigenes Erscheinungsbild für alle PDFs
- Konto löschen, Mitarbeiter entfernen, Unternehmen auflösen
- Schnittstellen — BIM/IFC, GAEB und die ÖNORM-Datenträger
- Kostengliederung nach ÖNORM B 1801-1