Aufträge für Privatkunden — ohne Leistungsverzeichnis
Sie machen ein Bad, eine Elektroinstallation, ein Dach — für eine Privatperson oder eine Hausverwaltung. Kein Ausschreiber, keine Bieter, keine Vergabe. Trotzdem brauchen Sie ein Angebot, das der Kunde versteht, eine Auftragserteilung, die im Streitfall trägt, und am Ende einen Beleg, der den Rechnungsbetrag erklärt. Genau dafür gibt es den Direktauftrag.
Vier Herausforderungen beim Endkundenauftrag — und ihre Lösung
Das Angebot entsteht in Word, die Preise stehen in einer alten Datei.
Positionen kommen aus Ihrem Preisstamm, aus einem Leistungsbuch oder frei getippt. Das PDF trägt Ihr Druckprofil — Logo, Kopfzeile, Bankverbindung.
„Ich hab nie einen Auftrag erteilt“ — und Sie haben nur eine SMS.
Der Kunde bestätigt über einen Link. Festgehalten werden Name, Zeitpunkt und die Summe, der er zugestimmt hat. Wer lieber am Telefon zusagt, wird mit Datum und Weg eingetragen.
Die Regiestunden stehen auf einem Zettel im Auto.
Stunden, Material und Fahrt werden am Handy erfasst — und der Kunde unterschreibt gleich auf dem Bildschirm. Im Keller ohne Empfang genauso: Der Bericht wird gespeichert und sendet sich selbst, sobald wieder Netz da ist. Diskutiert wird vor Ort, nicht sechs Wochen später.
Am Monatsende weiß niemand mehr, was abzurechnen ist.
Der Leistungsbericht zeigt, was seit dem letzten Bericht dazugekommen ist: Mengen aus dem Aufmaß, offene Regieberichte, Nachlass und Umsatzsteuer.
Angebot für Endkunden ohne Leistungsverzeichnis
Projekt „Auftrag für einen Kunden“: Kunde mit Kundentyp (Verbraucher oder Unternehmer), Angebot als Tabelle aus Bezeichnung, Menge, Einheit und Preis je Einheit, Nachlass und Umsatzsteuer, Kennzeichen „Kostenvoranschlag verbindlich/unverbindlich“. Als PDF mit Ihrem Druckprofil und den Rechtstexten, die zum Kunden passen.
- Positionen frei oder aus dem eigenen Preisstamm — kein Katalogzwang
- Kostenvoranschlag gegenüber Verbrauchern verbindlich, wenn nicht anders erklärt (§ 5 KSchG) — der Satz steht am PDF
- Kalkulation nach ÖNORM B 2061 liefert die Einheitspreise, wenn das Add-on gebucht ist
- Unter der Haube ÖNORM-Strukturen: ONLV-Export für den Generalunternehmer jederzeit möglich
Auftrag per Kunden-Link oder Eintrag — mit Auftragsbestätigung
Der Kunde braucht kein Konto: Er öffnet den Link, sieht das Angebot und erteilt den Auftrag mit Namen und Häkchen. Zeitpunkt, Name und bestätigte Summe werden festgehalten. Hat er mündlich oder per E-Mail beauftragt, tragen Sie es mit Datum ein. Danach gibt es die Auftragsbestätigung als PDF.
- Link 30 Tage gültig, jederzeit widerrufbar — z. B. nach einer Angebotsänderung
- Verbraucher: Rücktrittsbelehrung (14 Tage, FAGG) und Wunsch auf vorzeitigen Beginn direkt auf der Seite
- Unternehmer: ÖNORM B 2110 als Vertragsgrundlage, Reverse Charge für Bauleistungen möglich
Regieberichte am Handy und Leistungsbericht als Beleg zur Rechnung
Stunden × Satz, Material und Fahrt je Tag und Mitarbeiter — im Büro oder am Handy auf der Baustelle. Der Leistungsbericht nimmt die geleisteten Mengen seit dem letzten Bericht aus den freigegebenen Aufmaßblättern, die offenen Regieberichte, Nachlass und Umsatzsteuer und legt das PDF in die Projektdateien. Die Regieberichte sind ab dann eingefroren.
Die Rechnung selbst entsteht bewusst in Ihrer Buchhaltungssoftware — Rechnungsnummern, Zahlungsziele und Steuerberater bleiben dort. Der Leistungsbericht ist der Beleg dazu, keine Rechnung.
- Berichtet wird der Zuwachs seit dem letzten Bericht — nie doppelt, nie negativ
- Ohne Aufmaß gilt die Angebotsmenge, gekennzeichnet — für Abrechnung nach Aufwand zuerst aufmessen und freigeben
- Kein Reverse-Charge-Hinweis auf Belegen für Verbraucher
Vom Anruf bis zum Beleg
Kunde anlegen
Projektvorlage „Auftrag für einen Kunden“: Name, Adresse, E-Mail — und die Angabe, ob es ein Verbraucher oder ein Unternehmer ist. Die entscheidet über Vertragsgrundlage, Gewährleistung und die Texte auf den PDFs; sie ist keine Statistik.
Angebot schreiben
Positionen aus dem Preisstamm, aus dem Leistungsbuch oder frei. Sie kennzeichnen, ob der Kostenvoranschlag verbindlich ist — gegenüber Verbrauchern gilt er das nach § 5 KSchG nämlich automatisch, wenn nichts anderes daraufsteht.
Auftrag erhalten
Der Kunde bestätigt per Link, oder Sie tragen die Zusage selbst ein. Die Auftragsbestätigung geht als PDF hinaus — bei Verbrauchern mit der Rücktrittsbelehrung, die bei einem Abschluss außerhalb der Geschäftsräume vorgeschrieben ist.
Arbeiten und erfassen
Aufmaß und Regiebericht laufen am Handy: Stunden, Material, Fahrt, Fotos — und die Unterschrift des Kunden direkt auf dem Bildschirm. Auch ohne Netz: Der Bericht wandert samt Unterschrift in eine Warteschlange und geht raus, sobald wieder Empfang da ist.
Leistungsbericht erzeugen
Ein PDF mit allem, was seit dem letzten Bericht dazugekommen ist. Damit schreiben Sie die Rechnung in Ihrer Buchhaltung — und haben einen Beleg, der jede Position erklärt.
Was der Direktauftrag ist — und was nicht
- Die Rechnung schreibt die Anwendung nicht. Nummernkreis, Zahlungseingang und Mahnwesen bleiben in Ihrer Buchhaltung. Sie bekommen den Leistungsbericht als Beleg dazu — mit Mengen, Regie, Nachlass und Umsatzsteuer.
- Es ist keine zweite Anwendung. Positionen, Mengen und Preise sind dieselben Strukturen wie in einer Ausschreibung. Fragt Sie ein Generalunternehmer später nach einer ONLV-Datei, ist das ein Export und kein Umzug.
- Der Direktauftrag hängt am Paket Pro. Aufmaß, Abrechnung und Bautagebuch gehören dazu; Personal- und Maschinenplanung bleibt ein eigenes Add-on.
Was Sie im selben Projekt mitbenutzen
Aufmaß- & Ausmaßblatt mit Formelmodell
Mengen mit Formelansatz (Länge × Breite × Höhe × Faktor), AKZ und Status E/G/A. Die Spalten richten sich nach der Einheit — bei Laufmetern erscheinen Breite und Höhe gar nicht erst als leere Felder. Je Position steht die Blattsumme mit LV-Abgleich daneben.
- Formelkatalog mit Variablen, Abzüge farblich abgesetzt
- Statuskette E → G → A mit Prüfer und Zeitstempel
- Zwischensumme je Position mit Abweichung zum LV
- ONRE-Roundtrip (XSD-validiert)
Aufmaß am Handy — auch im Funkloch
Die Menge entsteht dort, wo gemessen wird. Position wählen, Maße eintippen, erfassen — die Position bleibt stehen, damit die nächste Tür nicht wieder gesucht werden muss. Ohne Netz wartet die Zeile im Gerät und sendet sich von selbst; die Blattsumme steht schon beim Messen neben der ausgeschriebenen Menge.
- Nur die Maße, die die Einheit hergibt — bei Laufmetern kein leeres Breite-Feld
- Zu-/Abschlag, AKZ und Variable wie am Schreibtisch
- Position suchen in Nummer oder Kurztext — auch im Katalogstand, nicht nur im LV
- Skizze aus der Kamera, im Gerät auf die 64 KB der Norm gebracht
- Blattsumme gegen die LV-Menge, sofort beim Erfassen
Stempeln am Handy, buchen am Tagesende
Die Zeitaufzeichnung ist keine Stempeluhr mit Nebenzweck, sondern die Grundlage für drei Dinge: die gesetzliche Aufzeichnungspflicht, die Lohnverrechnung und die Abrechnung von Regieleistungen. Deshalb wird zweistufig erfasst — laufend gestempelt, am Tagesende auf Projekt und Position gebucht.
Erfasst wird ausschließlich mobil unter „Baustelle“. Gebucht wird auf Leistungsgruppen, nicht auf einzelne LV-Positionen — eine Positionsauswahl wäre am Bau zu kleinteilig.
- Kommen · Pause · Wegzeit · Gehen, mit Baustellenerkennung — nie stillschweigend gesetzt
- Stunden am Tagesende auf Leistungsgruppe oder Regie buchen
- Regie getrennt geführt: Gegenzeichnung der ÖBA ist Voraussetzung
- Vorarbeiter erfasst für die ganze Kolonne, jeder sieht seine Zeit und kann widersprechen
Preisverwaltung & Einheitspreise
Eigene Einheitspreise je Position einmal zentral hinterlegen — getrennt nach Lohn und Sonstigem nach ÖNORM A 2063. Neben dem eigenen Preis stehen der kalkulierte Wert und der letzte Vergabepreis, damit eine Zahl nicht ohne Kontext dasteht. Liegt der gepflegte Preis unter der Kalkulation, wird die Unterdeckung in Euro beziffert.
Die Spalte „Aus Kalkulation“ und die Unterdeckungs-Warnung setzen das Kalkulations-Add-on voraus — ohne es bleibt die Preisverwaltung ein reiner Preisstamm.
- Drei Preise je Position: eigener EP, kalkuliert, letzte Vergabe
- Unterdeckung mit Menge und Betrag benannt
- Fortschreiben um einen Prozentsatz, auf den Kalkulationswert oder die letzte Vergabe — mit Vorschau
- Automatischer Prefill in Angeboten, CSV- und ÖNORM-ONPR-Austausch
Abrechnung & Rechnungsprüfung
Der Auftragnehmer stellt Abschlags-, Teilschluss-, Schluss- oder Regierechnungen; der Auftraggeber prüft sie Position für Position und erkennt Mengen an oder weist sie mit Begründung zurück. Beide Seiten sehen dieselbe Rechnung mit demselben Stand — der Austausch läuft nach ÖNORM A 2063.
- Prüfung je Position: LV-Menge, gefordert, anerkannt, Ablehnungsgrund
- Status von Entwurf über Eingereicht und Freigegeben bis Abgerechnet
- Preisgleitung nach ÖNORM B 2111 in der Prüfansicht
- Export als ONRE-XML, ebInterface, BMD-CSV — E-Rechnung an den Bund über USP
Druckprofil für alle PDFs
Ein Profil für Angebot, Rechnung, Aufmaßblatt und Bautagebuch: Links die Schalter, rechts sofort das Blatt, das beim Auftraggeber landet — inklusive Positionszeilen und Summenblock.
Die Einstellungen gelten für alle Dokumentarten gemeinsam; je Dokumentart lässt sich derzeit nichts abweichend setzen.
- Drei Reiter: Layout · Kopf & Fuß · Inhalte
- Logo, Primär- und Akzentfarbe, Wasserzeichen, Papierformat und Schrift
- Bestandteile schaltbar: Deckblatt, Inhaltsverzeichnis, Preise, Langtexte, Vorbemerkungen
- Live-Vorschau des fertigen Blatts daneben
So läuft es in der Praxis
Aufmaßblatt anlegen und prüffähig halten
Aufmaßblatt für die Baustelle nach ÖNORM A 2063-1: Mengen nachvollziehbar erfassen — Rechenansatz, Status E/G/A, Korrekturen ohne Radiergummi.
Direktauftrag — vom Angebot bis zum Leistungsbericht für Endkunden
Für Handwerksbetriebe mit Privat- oder Firmenkunden ohne Ausschreibung: Kunde erfassen, Angebot mit Positionen schreiben, Auftrag per Link oder Eintrag erhalten, Aufmaß und Regieberichte führen und den Leistungsbericht als Beleg zur Rechnung erzeugen. Im Pro-Tarif.
Eigene Preise pflegen und fortschreiben
Der Preisstamm als Gedächtnis des Betriebs — Einheitspreise je Katalogposition, Vergleich mit Kalkulation und letzter Vergabe, Fortschreiben mit Vorschau.
Eigenes Erscheinungsbild für alle PDFs
Logo, Farben, Kopf- und Fußzeile, Inhalte — und der QR-Code, mit dem ein Empfänger die Echtheit prüfen kann.
Schreiben Sie das nächste Angebot damit
Dreißig Tage voller Funktionsumfang, ohne Zahlungsdaten. Ein Kunde, ein Angebot, ein Auftrag — mehr braucht der erste Durchlauf nicht.