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Eigene Preise pflegen und fortschreiben

Der Preisstamm als Gedächtnis des Betriebs — Einheitspreise je Katalogposition, Vergleich mit Kalkulation und letzter Vergabe, Fortschreiben mit Vorschau.

Der eigene Preisstamm ist das Gedächtnis des Betriebs: Was hat diese Leistung zuletzt gekostet, was haben wir dafür verlangt, und was wurde tatsächlich bezuschlagt? Dieser Artikel zeigt, wie Sie Einheitspreise pflegen, vergleichen und fortschreiben. BauNormal stellt neben jeden Preis die Kalkulation und die letzte Vergabe — und schreibt auf Wunsch den ganzen Stamm fort, mit Vorschau vor dem Schreiben.

Was Sie danach haben

Preise, die beim nächsten Angebot von selbst dastehen — und die Antwort auf die Frage, die man sonst im Kopf beantwortet: Liegt mein Preis über oder unter dem, was zuletzt tatsächlich bezuschlagt wurde?

Preisverwaltung mit eigenen Positionspreisen, Katalogzuordnung und Import/Export
Die eigene Preisdatenbank. Preise hängen an Katalogpositionen, nicht an einem Projekt.

Was BauNormal dabei abnimmt

  • Preise werden beim nächsten Angebot vorgeschlagen — Sie tippen nur, was neu ist.
  • Drei Vergleichsspalten: aus Kalkulation, letzte Vergabe, eigene Angebote samt Bandbreite. Ein oranger Wert heißt: Ihr Preis liegt darunter.
  • Der Reiter „Ohne Preis" ist eine Aufgabenliste, keine Katalogliste: er zeigt genau die Positionen aus Ihren eigenen Ausschreibungen, denen ein Preis fehlt.
  • Fortschreiben mit Vorschau — um einen Prozentsatz, auf den Kalkulationswert oder auf die letzte Vergabe. Ein Preis von 0,00 € wird nie geschrieben.
  • Ganze Preislisten per CSV oder ÖNORM-Datenträger (ONPR) hinein und hinaus, samt technischen Kennwerten je Position.
  • Jede Änderung wird protokolliert — wer, wann, alter und neuer Wert. Auch die aus einer Übernahme aus der Kalkulation, einem Import oder einer Fortschreibung.

Voraussetzungen

  • Ein Katalog (LB-Version). Er bestimmt, welche Positionen zur Auswahl stehen und welche Preise die Liste zeigt.
  • Für Preisstände mit Gültigkeitszeitraum: der Expertenmodus.

Was hier steht — und was nicht

Der Preisstamm hält Ergebnispreise: „1 m² Estrich = 28,00 €". Wie dieser Preis entstanden ist, steht woanders — das ist die Kalkulation nach B 2061 mit ihren K-Blättern. Merksatz: A 2063 tauscht Preise aus, B 2061 leitet sie her.

Beides gehört zusammen: Die Kalkulation liefert den Wert, der Preisstamm macht ihn wiederverwendbar.

Schritt für Schritt

  1. Katalog wählen — er ist der Rahmen für alles Weitere.
  2. Preis anlegen: Position aus dem Katalog wählen (Code, Bezeichnung und Einheit kommen automatisch), dann entweder Lohn und Sonstiges getrennt oder nur den Gesamtpreis. Getrennt ist besser: Nur dann lässt sich später sauber gleiten und ein Angebot normkonform aufgliedern.
  3. Den Reiter „Ohne Preis" abarbeiten. Er zeigt die Positionen, die in Ihren Ausschreibungen vorkommen und noch keinen Preis haben — nicht den ganzen Katalog. Das ist die Liste, die man tatsächlich schafft. Reine Textpositionen (Vorbemerkungen, Nachweise) sind ausgeblendet; sie brauchen keinen Preis.
  4. Preise übernehmen statt tippen: „Aus Kalkulation übernehmen" zieht die freigegebenen Einheitspreise einer Ausschreibung, eines Angebots oder Nachtrags samt Lohn-/Sonstiges-Anteil herein. Ganze Listen gehen per CSV oder als ÖNORM-Datenträger ONPR hinein und hinaus.
  5. Regelmäßig fortschreiben (siehe unten).

Die drei Vergleichsspalten

Sie sind der eigentliche Grund, den Stamm zu pflegen:

SpalteWas sie zeigt
Aus Kalkulationder angebotene Einheitspreis Ihrer jüngsten Kalkulation nach B 2061 — der Kostenwahrheit am nächsten
Letzte Vergabeder Preis, mit dem die Position zuletzt tatsächlich bezuschlagt wurde, samt Anzahl der Vergaben
Eigene Angebotewas Sie in vergangenen Angeboten verlangt haben — Anzahl, Bandbreite und wie oft davon bezuschlagt

Ein oranger Vergleichswert heißt: Ihr eigener Preis liegt darunter. Bei der Kalkulation ist das eine Unterdeckung — sie wandert in jedes Angebot und fällt erst bei der Abrechnung auf.

Nachtragskalkulationen zählen bei „Aus Kalkulation" bewusst nicht mit: Ein Nachtragspreis entsteht ohne Wettbewerb und wäre kein Maßstab.

Wo mindestens zwei datierte Einträge vorliegen, zeigt ein kleines Diagramm den Verlauf — bezuschlagte Abgaben grün. Es ist bewusst keine Treppe: Ein abgegebenes Angebot gilt nicht bis zum nächsten, die Linie zeigt nur die Richtung. Beim Einheitspreis selbst ist es umgekehrt eine Treppe, denn ein Preis gilt unverändert, bis der nächste ihn ersetzt.

Fortschreiben

Drei Arten, jeweils mit Vorschau vor dem Schreiben: um einen Prozentsatz, auf den Kalkulationswert oder auf die letzte Vergabe.

  • Ohne Markierung wirkt es auf alle Positionen des gewählten Reiters, mit angehakten Zeilen nur auf diese. Was ein Filter gerade ausblendet, wird nicht mitgeschrieben — es zählt, was Sie vor sich sehen.
  • Positionen ohne Wert werden mit Grund übersprungen. Ein Preis von 0,00 € wird nie geschrieben, weil die Position dann in jedem Angebot mit null rechnet.
  • Fortschreiben korrigiert den bestehenden Preis und legt keinen zweiten Stand an — sonst wüchse der Stamm bei jedem Lauf.

Die Karte „Herkunft der Preise" sagt vorher, wie viel gerechnet und wie viel händisch gepflegt ist. Das ist die Frage, die man sich vor dem Fortschreiben stellt.

Preise mit Gültigkeit (Expertenmodus)

Je Position lassen sich mehrere Preise mit „gültig von / bis" führen; zu jedem Stichtag gilt der passende, sonst der zuletzt gültige. Die Liste zeigt trotzdem nur den aktuellen Preis — die Anzahl der Stände steht in Klammern, und über „Verlauf" kommen Sie an alle heran, auch um einen abgelaufenen Zeitraum zu korrigieren.

Kennwerte zur Position

Neben dem Preis lassen sich technische Eigenschaften hinterlegen — Festigkeitsklasse, Dicke, Wärmeleitfähigkeit, „Außenbauteil ja/nein". Sie hängen an Parametern aus einer Parameterliste und gehen beim ONPR-Austausch mit. Damit sagt der Stamm nicht nur, was eine Leistung kostet, sondern worauf sich der Preis bezieht — auch Jahre später.

Wofür die Preise genutzt werden

  • Angebote: passende Preise werden vorgeschlagen (Kennzeichen „aus Preisverwaltung") und sind überschreibbar. Ein freigegebener Kalkulationspreis geht vor.
  • Ausschreibungen: als interne Kostenschätzung, sichtbar nur für Bearbeiter — nie für Bieter.
  • Mehrfachverwendung: Derselbe Preis gilt für alle Verwendungen einer Position; gepflegt wird er einmal unter der Grundnummer.

Wer hat den Preis geändert?

Ein Preisstamm ist eine kaufmännische Angabe: Er wandert in Angebote, in die Kostenschätzung und über die Fortschreibung in hunderte Positionen auf einmal. Deshalb führt die Anwendung zu jeder Position zwei verschiedene Verläufe, und man sollte sie auseinanderhalten:

  • Preisstände beantworten „was galt wann" — jeder Stand mit Gültigkeitszeitraum. Das ist die fachliche Größe: Zu jedem Stichtag gilt genau ein Preis.
  • Änderungen beantworten „wer hat es wann geändert" — mit altem und neuem Wert je Feld. Beides steht im selben Dialog „Verlauf".

Protokolliert wird jede Änderung, gleich woher sie kommt: von Hand, aus der Kalkulation, aus einem CSV- oder ONPR-Import, aus einer Fortschreibung — und auch das Löschen eines Preisstands. Damit ist die Übernahme aus der Kalkulation kein Punkt ohne Wiederkehr mehr: Der bisherige Wert steht weiterhin da, mit Datum und Namen.

Die Aufzeichnung beginnt am 10.09.2026. Was davor überschrieben wurde, lässt sich nicht rekonstruieren — diese Werte gab es nie an einer zweiten Stelle.

Häufige Fehler

  • Nur den Gesamtpreis pflegen. Dann fehlt die Aufgliederung für Preisumrechnung und Angebot.
  • Preise aus einem fremden Katalog erwarten. Die Liste zeigt, was zum gewählten Katalog gehört.
  • Jahrelang nicht fortschreiben und sich dann über einen verlorenen Auftrag wundern — oder über einen gewonnenen mit Verlust.
  • Die interne Kostenschätzung in das Bieter-PDF lassen. Der Schalter dafür sitzt im Druckprofil, siehe Schätzpreise und Kostenrahmen.

Was danach sinnvoll ist

Wer die Preise herleiten statt schätzen will: Kalkulieren nach ÖNORM B 2061 und K-Blätter. Für veränderliche Preise: Gleitpreise nach ÖNORM B 2111.

Diese Schritte gehen in BauNormal — 30 Tage kostenlos, ohne Zahlungsdaten, endet automatisch.

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Robert Beisteiner
Robert Beisteiner, BauNormal

Zuletzt geprüft am

Diese Anleitung wird mit der Anwendung gepflegt. Fehlt etwas oder stimmt ein Schritt nicht mehr mit dem überein, was Sie am Bildschirm sehen, schreiben Sie uns bitte an info@baunormal.at — wir antworten schnellstmöglich.

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