Kostengliederung nach ÖNORM B 1801-1
Baugliederung und Leistungsgliederung einlesen, Positionen Kostengruppen zuordnen, Kennwerte je m² BGF gegenrechnen — und die Brücke zu DIN 276.
Ein Leistungsverzeichnis sagt, was etwas kostet — aber nicht, wie sich die Kosten verteilen. Wie viel entfällt auf den Rohbau, wie viel auf die Technik, und wie liegt der Preis je Quadratmeter Bruttogrundfläche im Vergleich zum geplanten Kennwert? Dafür gibt es die ÖNORM B 1801-1. Dieser Artikel zeigt, wie Sie sie anwenden — BauNormal liest das Gliederungssystem aus der Norm-Datei ein, schlägt je Position eine Kostengruppe vor und rechnet die Kennwerte gegen Ihre Objektwerte.
Was Sie danach haben
Die Antwort auf die Frage, die ein Leistungsverzeichnis von sich aus nicht beantwortet: Wie verteilen sich diese Kosten? Wie viel entfällt auf den Rohbau, wie viel auf die Technik — und wie verhält sich der Preis je Quadratmeter Bruttogrundfläche zu dem Kennwert, mit dem Sie geplant haben.
Was BauNormal dabei abnimmt
- Das Normwerk kommt als Datei, nicht als Tipparbeit — über zweihundert Knoten samt Kostengruppierung und Kennwerten aus einem Upload.
- Ein Zuordnungsvorschlag je Position aus der Leistungsgruppe, ehrlich gekennzeichnet, wo er nicht eindeutig ist (36 von 90 Leistungsgruppen sind es).
- Kennwerte werden gerechnet, nicht geschätzt: Summe je Kostengruppe geteilt durch Ihre Objektwerte, gegenübergestellt dem hinterlegten Wert.
- Zweite Spalte für DIN 276 — dieselbe Position, auch in der deutschen Systematik.
- Das Einlesen und Verwalten kostet nichts extra. Einen ÖNORM-Datenträger einzulesen ist Kern, nicht Zusatz.
Voraussetzungen
- Eine ONBGS-Datei mit dem Gliederungssystem — Austrian Standards liefert die ÖNORM B 1801-1 so aus.
- Ein Projekt oder eine Ausschreibung mit Positionen.
- Für die Auswertung: das Premium-Paket oder das Add-on Kalkulation. Das Einlesen und Verwalten der Gliederungssysteme ist dagegen frei — einen ÖNORM-Datenträger einzulesen ist Kern, nicht Zusatz.
Was in der Norm steht
Die ÖNORM B 1801-1 ist die Kostenplanung im Bauwesen. Sie liefert zwei Sichten auf dieselben Kosten und die Kennwerte dazu:
- Baugliederung — nach Bauteilen: Grund, Aufschließung, Bauwerk-Rohbau, Bauwerk-Technik, Einrichtung, Außenanlagen.
- Leistungsgliederung — nach Gewerken; ihre dritte Ebene sind genau die Leistungsgruppen, die eine LV-Position ohnehin trägt.
- Kostengruppierung — die Summenbegriffe: Bauwerkskosten (BWK), Baukosten (BAK), Errichtungskosten (ERK), Gesamtkosten (GEK).
- Objektwerte und Kennwerte — BGF, NGF, Nutzfläche, Bruttorauminhalt und daraus die Kennwerte wie
BWK_BGF: Bauwerkskosten je Quadratmeter Bruttogrundfläche.
Wichtig zum Verständnis: Die Datei trägt Regeln, keine Beträge. Sie sagt, wie Kosten zu gliedern sind und wie ein Kennwert gebildet wird — die Zahlen kommen aus Ihrem Projekt.
Schritt für Schritt
- Gliederungssystem einlesen unter Vorlagen → Gliederungssysteme. Es ist derselbe Upload wie für die Parameterlisten, weil beides in derselben ONBGS-Datei steht; die Listen werden zuerst geschrieben, damit die Bezugsgrößen ihr Ziel finden. Angelegt wird ein System nicht von Hand — ein Normwerk mit über zweihundert Knoten tippt niemand in ein Formular.
- System wählen — je Projekt oder je Ausschreibung.
- Positionen zuordnen. Die Anwendung leitet einen Vorschlag aus der Leistungsgruppe ab, aber sie behauptet keine Eindeutigkeit: Über alle Bereiche hinweg sind nur 36 von 90 Leistungsgruppen eindeutig einer Kostengruppe zuzuordnen; die Baustellengemeinkosten allein führen zu einem Dutzend. Den Rest entscheiden Sie — einmal, danach steht er.
- Kostenverteilung lesen: Summen je Kostengruppe gegen die Gliederung. Das ist der erste sichtbare Nutzen und beantwortet die Rohbau-Technik-Frage.
- Objektwerte erfassen — BGF, Nutzfläche, was Ihr Kennwert braucht.
- Kennwerte gegenrechnen: Summe geteilt durch Bezugsgröße, gegenübergestellt dem hinterlegten Kennwert. Von den 51 Kennwerten der Norm sind fünfzehn direkt aus einem Leistungsverzeichnis berechenbar; die übrigen brauchen Angaben, die im LV nicht stehen.
Die Brücke zu DIN 276
Die Zuordnung trägt eine zweite Spalte für die deutsche DIN 276. Damit lässt sich dieselbe Position in beiden Systematiken auswerten — nützlich, sobald ein deutscher Bauherr oder Investor im Spiel ist und die Kostengliederung in seiner Sprache erwartet.
Funktionen: weniger Felder je Position
Aus demselben Umfeld kommt ein Mechanismus, der bei Bauteillisten spürbar Arbeit spart: Eine Parameterliste kann einen Funktionenkatalog nennen, und jedes ihrer Parametersets sagt, für welche Funktion es gilt. Bekommt eine Position eine Funktion — etwa „Türelement" —, folgt daraus, welche Sets überhaupt gelten. Bei der ASI-Türliste sind das rund dreißig Felder statt über zweihundert.
Warum das zwei Zielgruppen hat
- Der Auftraggeber plant und prüft Kosten: Welcher Anteil des LVs ist Rohbau, wie liegt der Preis je m² BGF im Vergleich?
- Der Auftragnehmer rechnet nach ÖNORM B 2061 und will die Gegenprobe zu seinen Einheitspreisen — dieselbe Auswertung, anderer Anlass.
Deshalb ist die Funktion im Premium-Paket enthalten und im Add-on Kalkulation freigeschaltet. Ein Auftraggeber soll kein Bieterwerkzeug kaufen müssen, um sein eigenes Budget zu gliedern.
Häufige Fehler
- Die Vorschläge ungeprüft übernehmen. Die mehrdeutigen Leistungsgruppen sind der Punkt, an dem eine Kostengliederung falsch wird, ohne dass es auffällt.
- Objektwerte schätzen. Ein Kennwert je m² BGF ist nur so gut wie die BGF.
- Kennwerte ohne Vergleichsbasis. Ein errechneter Wert allein sagt nichts; erst der Vergleich mit einem Referenzwert macht ihn zur Aussage.
Was danach sinnvoll ist
Die Wörterbücher hinter denselben Dateien: Parameterlisten und Kennwerte. Die Gegenrichtung — Preise herleiten statt gliedern — steht in Kalkulieren nach ÖNORM B 2061.
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Zuletzt geprüft am
Diese Anleitung wird mit der Anwendung gepflegt. Fehlt etwas oder stimmt ein Schritt nicht mehr mit dem überein, was Sie am Bildschirm sehen, schreiben Sie uns bitte an info@baunormal.at — wir antworten schnellstmöglich.
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