K-Blätter erklärt: K2 bis K7 nach ÖNORM B 2061
Was das K2-, K3-, K4-, K5-, K6- und K7-Blatt der ÖNORM B 2061 enthält, wie die Blätter zusammenhängen und warum sie bei der Angebotsprüfung zählen.
Spätestens bei einer vertieften Preisprüfung fragt der Auftraggeber, wie ein Preis zustande kam — und dann zählt, ob man es zeigen kann. Die K-Blätter K2 bis K7 sind diese Antwort: Mittellohn, Materialpreis, Gerätekosten, Zuschläge, Bausteine, Positionskalkulation. Bei BauNormal sind sie keine zusätzliche Fleißarbeit, sondern die Ausgabe dessen, was Sie ohnehin erfasst haben — ein Knopfdruck, ein PDF.
Kurz erklärt
Was ist ein K-Blatt? Ein K-Blatt ist ein Formblatt der ÖNORM B 2061 (Preisermittlung für Bauleistungen), das einen Rechenschritt vollständig zeigt — mit Ausgangswert, Prozentsatz, Betrag und Ergebnis. Zusammen belegen die Blätter K2 bis K7, wie aus Kosten der Einheitspreis entsteht.
Was ist das K2-Blatt? Das K2-Blatt zeigt die Gesamtzuschläge, also wie aus Kosten Preise werden: Baustellengemeinkosten, Geschäftsgemeinkosten, Finanzierung, Wagnis und Gewinn — staffelweise auf die laufende Zwischensumme gerechnet.
Was ist das K3-Blatt? Das K3-Blatt leitet den Mittellohn je produktiver Stunde her: vom KV-Lohn über Überzahlung, Zulagen, Sonderzahlungen, Personalneben- und Personalgemeinkosten, geteilt durch die produktiven Stunden pro Jahr.
Was ist das K4-Blatt? Das K4-Blatt ermittelt den Kalkulationspreis des Materials: Listenpreis minus Rabatt ergibt den Nettoeinkauf, dazu kommen Fracht, Verlust und Manipulation — mit Quelle und Preisdatum je Zeile.
Was ist das K5-Blatt? Das K5-Blatt beschreibt Kalkulationsbausteine: zusammengesetzte Preiskomponenten für eine Bezugseinheit, etwa 1 m² Mauerwerk mit Stein, Mörtel, Stunden und Gerät.
Was ist das K6-Blatt? Das K6-Blatt ermittelt die Gerätekosten je Einsatzstunde: Abschreibung, Verzinsung und Reparatur ergeben die Vorhaltekosten, geteilt durch die Einsatzstunden, dazu Betriebsstoffe und Wartung. Die Prozentsätze stehen in der Baugeräteliste (ÖBGL).
Was ist das K7-Blatt? Das K7-Blatt ist die Positionskalkulation: Es leitet den Einheitspreis einer LV-Position her — Ansätze je Zeile, direkte Kosten je Kostenart, die Zuschläge aus dem K2-Blatt und die Preisanteile Lohn und Sonstiges, deren Summe genau den Einheitspreis ergibt.
Was Sie danach haben
Den Nachweis, wie Ihre Einheitspreise entstanden sind — als Satz von Blättern, die man jemandem vorlegen kann: dem Auftraggeber bei der vertieften Angebotsprüfung, dem eigenen Chef bei der Nachkalkulation, dem Sachverständigen im Streitfall.
Was BauNormal dabei abnimmt
- Die Blätter entstehen aus der Kalkulation, nicht daneben: was im Blatt steht, ist genau das, womit gerechnet wurde.
- Jede Zeile zeigt Prozentsatz UND Betrag — man sieht, welcher Zuschlag den Satz treibt.
- Die Rechenwege stehen in der Norm-Reihenfolge (K3 gestaffelt, K4 mit vier Bezugsgrößen, K6 über die Einsatzstunden).
- Fehlende Angaben werden benannt statt gefüllt. Ohne KV-Lohn gibt es keinen Mittellohn, sondern eine Lücke mit Namen.
- Logo und Kopfzeile kommen aus Ihrem Druckprofil — das Blatt geht so aus dem Haus, wie Ihre übrigen Dokumente aussehen.
Voraussetzungen
- Das Add-on Kalkulation. Ob es aktiv ist, sehen Sie auf der Karte oben auf der Kalkulations-Seite oder unter Abo.
- Gepflegte Stammdaten. Ein K-Blatt ist eine Darstellung Ihrer Zahlen — es macht aus geratenen Werten keine belastbaren.
- Grundverständnis der Kalkulation. Wenn Sie damit beginnen, lesen Sie zuerst Kalkulieren nach ÖNORM B 2061.
Was ein K-Blatt ist
Die ÖNORM B 2061 regelt die Preisermittlung: wie aus Kosten ein Preis wird. Die K-Blätter sind die dazugehörigen Formblätter — jedes zeigt einen Rechenschritt vollständig, mit Ausgangswert, Prozentsatz, Betrag und Ergebnis.
| Blatt | Thema | Ergebnis |
|---|---|---|
| K2 | Gesamtzuschläge | Wie aus Kosten Preise werden: GK, Wagnis, Gewinn |
| K3 | Personalpreis | Mittellohn je produktiver Stunde |
| K4 | Materialpreis | Kalkulationspreis je Einheit |
| K5 | Kalkulationsbausteine | Preis je Bezugseinheit (z. B. 1 m² Mauerwerk) |
| K6 | Gerätepreis | Kosten je Einsatzstunde |
| K7 | Positionskalkulation | Einheitspreis der einzelnen LV-Position |
Wichtig für das Verständnis der Anwendung: Die Blätter sind die Ausgabe, nicht die Eingabemaske. Sie erfassen Ihre Werte in den Stammdaten und in der Positionskalkulation; die Blätter entstehen daraus auf Knopfdruck. Zwei Rechenwege für dieselbe Zahl gäbe es nicht — was im Blatt steht, ist genau das, womit gerechnet wurde.
Warum die Blätter wichtig sind
- Vertiefte Angebotsprüfung. Ein Angebot, das deutlich unter den anderen liegt, muss erklärt werden — der Auftraggeber darf die Aufgliederung verlangen. Mit K-Blättern ist das eine Stunde Arbeit. Ohne sie ist es ein Problem, und im schlimmsten Fall scheidet das Angebot aus.
- Nachträge. Ein Nachtragspreis wird aus der Preisbasis des Hauptauftrags abgeleitet. Wer diese Basis dokumentiert hat, verhandelt über Mengen. Wer sie nicht hat, verhandelt über alles.
- Preisgleitung und Preisumrechnung. Wer Lohn- und Sonstiges-Anteil sauber getrennt hat, kann eine Umrechnung nachvollziehbar begründen.
- Der eigene Betrieb. Der Mittellohn aus dem K3-Blatt ist die Zahl, an der man merkt, ob die angenommene Zahl produktiver Stunden noch stimmt. Das merkt sonst niemand — bis das Jahr vorbei ist.
Die Blätter im Einzelnen
K3 — vom KV-Lohn zum Mittellohn
Eine gestaffelte Kette: KV-Lohn, Überzahlung, Zulagen und Aufzahlung für Mehrarbeit ergeben den Grundlohn. Darauf kommen Sonderzahlungen, darauf die Personalnebenkosten, darauf die Personalgemeinkosten. Jeder Prozentsatz rechnet auf das Ergebnis davor — deshalb sind 5 % Personalgemeinkosten hier eben nicht 5 % des KV-Lohns, und deshalb zeigt das Blatt neben jedem Prozentsatz den Betrag.
Der eigentliche Hebel steht ganz unten: die produktiven Stunden pro Jahr. Sie sind der Teiler. Wer 1.700 statt 1.550 ansetzt, senkt seinen Stundensatz um rund 9 % — ohne dass ein einziger Kostenwert falsch wäre.
Wenn Sie in Partien rechnen, kommt die Mannschaft dazu: die Zusammensetzung, wie sie auf der Baustelle steht (etwa 1 Polier, 2 Facharbeiter, 1 Hilfsarbeiter), ergibt den gewichteten Mittellohn. Fehlt einer beteiligten Gruppe der Mittellohn, wird bewusst kein Satz gerechnet — ein Satz von 0,00 € fällt niemandem auf und wandert in ein Angebot, in dem Arbeitsstunden nichts kosten.
K4 — vom Listenpreis zum Kalkulationspreis
Listenpreis minus Rabatt ergibt den Nettoeinkauf; dazu kommen Fracht, Verlust und Manipulation. Die Bezugsgrößen sind bewusst verschieden: Der Rabatt bezieht sich auf den Listenpreis (so verhandelt man ihn), der Verlust auf Nettoeinkauf plus Fracht (auch die Fracht des verlorenen Anteils ist bezahlt), die Manipulation auf den Nettoeinkauf.
Jede Zeile nennt ihre Quelle samt Preisdatum. Das ist der Unterschied zwischen einem Kalkulationspreis, den man verteidigen kann, und einem Aufschlag, den jemand gesetzt hat. Material mit einem Preisdatum älter als 90 Tage meldet die Prüfung als Hinweis.
K6 — Gerätekosten je Einsatzstunde
Abschreibung, Verzinsung und Reparatur ergeben aus dem Neuwert die Vorhaltekosten je Monat; geteilt durch die angenommenen Einsatzstunden ergibt das die Vorhaltung je Stunde. Dazu kommen Betriebsstoffe und Wartung.
Die Prozentsätze stehen in der Baugeräteliste (ÖBGL) — sie sind eine Branchenkonvention und werden deshalb eingetragen, nicht unterstellt. Und die eigentliche Falle steht im Nenner: Ein Satz von 62,40 €/h sieht nach einer Tatsache aus, ist aber vor allem eine Division durch eine Annahme. Wer 170 Einsatzstunden im Monat ansetzt und 142 erreicht, kalkuliert jede Gerätestunde um zehn Prozent zu billig.
K2 — die Zuschläge
Das Schema, mit dem aus Kosten Preise werden: Baustellengemeinkosten, Geschäftsgemeinkosten, Finanzierung, Wagnis, Gewinn. Die Norm verlangt die staffelweise Rechnung — jede Stufe rechnet auf die laufende Zwischensumme, nicht alle auf denselben Ausgangswert. Eine aufsummierte Prozentzahl ergibt ein anderes Ergebnis, und zwar ein zu niedriges.
Je Stufe gibt es zwei Schalter, die man verstanden haben sollte:
- auf Kosten oder auf Preis. „Auf Kosten" (im Hundert) ist der Regelfall: 10 % auf 1.000 € Kosten sind 100 €, der Preis ist 1.100 €. „Auf Preis" (vom Hundert) heißt, dass der Zuschlag 10 % des Ergebnisses ausmachen soll, nicht der Kosten. Gesucht ist also der Preis, von dem 10 % übrig bleiben, wenn man die 1.000 € abzieht: 1.000 € ÷ 0,9 = 1.111,11 € — der Zuschlag beträgt 111,11 €, und das sind genau 10 % von 1.111,11 €. Die Formel lautet
Preis = Kosten ÷ (1 − Satz)stattKosten × (1 + Satz). - im Einheitspreis enthalten. Abgeschaltet wird die Stufe weiterhin gerechnet und im Blatt ausgewiesen, geht aber nicht in den Preis ein — für Beträge, die anderswo schon eingepreist sind.
K5 — Bausteine
Ein Baustein ist eine zusammengesetzte Preiskomponente für eine Bezugseinheit — „1 m² Mauerwerk 25 cm" mit Stein, Mörtel, Stunden und Gerät. Bausteine dürfen Unterbausteine enthalten. Wer dieselbe Leistung zum dritten Mal kalkuliert, sollte einen anlegen: Der Baustein wird beim Einsetzen in die Position expandiert, also in echte Zeilen aufgelöst — Sie sehen weiterhin jede Zeile.
K7 — die Positionskalkulation
Das Blatt, das den Einheitspreis herleitet: Ansatz je Zeile (Aufwand × Produktivität, Verschnitt, Faktorpreis), die direkten Kosten je Kostenart, die K2-Kette darüber, der kalkulierte Preis, der angebotene Preis und die Preisanteile Lohn und Sonstiges, deren Summe genau den Einheitspreis ergeben muss.
Schritt für Schritt
- Stammdaten aufbauen, in dieser Reihenfolge: Personal (K3) und gegebenenfalls Mannschaft, danach Material (K4), Geräte (K6), Fremdleistungen und sonstige Kosten, dann das Zuschlagsschema (K2), zuletzt die Bausteine (K5). Wer bei der Position anfängt, greift auf Stammdaten zu, die es noch nicht gibt.
- Angebot öffnen, Reiter Kalkulation. Je Position den Ansatz aufbauen; der Einheitspreis rechnet live mit.
- Umlagen verteilen. Baustellengemeinkosten, die keiner Position gehören, nach einem Schlüssel, den Sie erklären können — Herstellkosten, Lohnkosten, Positionswert, Menge oder gleichmäßig.
- Prüfen. Die Prüfung sperrt die Freigabe, solange Fehler offen sind: offene Positionen, Einheitspreis 0, Preisanteile, die nicht dem Einheitspreis entsprechen.
- Freigeben. Das erzeugt einen unveränderlichen Stand samt Prüfsumme. Ab da ist nachweisbar, mit welchen Zahlen Sie angeboten haben, auch wenn die Stammdaten sich später ändern.
- K-Blätter erzeugen. Der Knopf „K-Blätter (PDF)" im Kalkulationspanel gibt K2 bis K7 als ein Dokument aus — mit Ihrem Logo und Ihrer Kopfzeile aus dem Druckprofil.
Häufige Fehler
- Blätter erst erzeugen, wenn sie verlangt werden. Dann fehlt die Freigabe von damals, und was Sie ausdrucken, ist der heutige Stand der Stammdaten — nicht der, mit dem Sie angeboten haben.
- Produktive Stunden zu hoch ansetzen. Der beliebteste Rechenfehler der Branche. Urlaub, Feiertage, Krankenstand, Schlechtwetter, Werkstatt und Rüstzeit gehen ab.
- Zuschläge aufsummieren statt staffeln. Ergibt einen zu niedrigen Preis, und zwar systematisch.
- Preisanteile nicht kontrollieren. Ihre Summe muss den Einheitspreis ergeben; sonst ist der Datenträger in sich widersprüchlich, und die Prüfung sieht es.
- Nachträge frei kalkulieren. Ein Nachtrag gehört auf dieselbe Preisbasis wie der Hauptauftrag — die Anwendung kann eine Nachtragsposition mit demselben Rechenkern kalkulieren.
Was danach sinnvoll ist
Die freigegebenen Preise gehen ins Angebot: Bieterlücken füllen und Preisanteile eintragen, dann Angebot legen. Später sagt Ihnen Kennzahlen und Auswertungen, ob die Ansätze gestimmt haben.
Diese Schritte gehen in BauNormal — 30 Tage kostenlos, ohne Zahlungsdaten, endet automatisch.
Kostenlos testen
Zuletzt geprüft am
Diese Anleitung wird mit der Anwendung gepflegt. Fehlt etwas oder stimmt ein Schritt nicht mehr mit dem überein, was Sie am Bildschirm sehen, schreiben Sie uns bitte an info@baunormal.at — wir antworten schnellstmöglich.
Weitere Anleitungen
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- Bieterlücke: was sie ist und wie man sie richtig setzt
- Parameterlisten und Kennwerte — strukturierte Angaben statt Prosa
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- Vergabeverfahren führen — A 2050, BVergG und der Vergabevermerk
- Bieter einladen und Fristen setzen
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- Zuschlag erteilen und das Vertrags-LV festhalten
- Kostenplanung nach ÖNORM B 1801-1
- Öffentliche Aufträge suchen, finden und das LV einlesen
- Angebot legen — von der Einladung bis zum Einreichen
- Bieterlücken füllen und Preisanteile richtig eintragen
- Kalkulieren nach ÖNORM B 2061
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