Für Bieter

Bieterlücken füllen und Preisanteile richtig eintragen

Wo im Angebot Eingaben verlangt sind, was Lohnanteil und Sonstiges bedeuten und woran ein Angebot beim Ausscheiden scheitert.

Die Lücken im Langtext und die Aufteilung in Lohn und Sonstiges sind die zwei Stellen, an denen Angebote ausscheiden — nicht wegen des Preises, sondern wegen einer fehlenden Angabe. Dieser Artikel erklärt beides und sagt, worauf die Prüfung schaut. BauNormal führt die Lücken als Pflichtfelder mit Datentyp und meldet vor dem Einreichen jede, die noch offen ist.

Was Sie danach haben

Ein vollständiges Angebot: alle Positionen bepreist, alle Fragen des Auftraggebers beantwortet, keine offenen Felder, die beim Prüfen auffallen.

Was BauNormal dabei abnimmt

  • Jede Pflichtlücke wird gezählt und angesprungen — Sie suchen sie nicht im Fließtext.
  • Der Datentyp führt die Eingabe: eine Zahl bleibt eine Zahl, ein Datum ein Datum, eine Auswahl eine Auswahl. Genau das erwartet die Wertung.
  • Preisanteile rechnen mit: Lohn und Sonstiges müssen zusammen den Einheitspreis ergeben — die Anwendung rechnet, prüft und meldet die Abweichung.
  • Aus einer Kalkulation nach B 2061 kommen die Anteile von selbst, statt geschätzt zu werden.
  • Was Sie eintragen, steht im Datenträger an der richtigen Stelle — die Software des Auftraggebers liest es als Feld, nicht als Text.

Voraussetzungen

  • Eine Einladung und ein begonnenes Angebot.
  • Die Angebotsfrist im Blick. Nach Ablauf nimmt die Anwendung nichts mehr an.

Was eine Bieterlücke ist

Eine Frage des Auftraggebers, mitten im Positionstext: „Angebotenes Fabrikat: ___". Sie steht dort, wo sie inhaltlich hingehört, und Sie antworten an derselben Stelle. Im Feld selbst steht nur, was erwartet wird — eine Angabe oder eine Zahl; die vollständige Bezeichnung erscheint, wenn Sie mit der Maus darüberfahren.

Bleibt eine Lücke leer, ist das Angebot unvollständig und kann ausgeschieden werden. So läuft es bei der Angebotsprüfung tatsächlich: Der Auftraggeber kann eine fehlende Angabe nicht nachträglich hineininterpretieren, ohne die übrigen Bieter zu benachteiligen.

Kennwerte sind etwas anderes. Sie stehen als Zeile unter dem Langtext und sind die Angabe des Auftraggebers zur ausgeschriebenen Leistung — Betongüte, Feuerwiderstand, Wandstärke. Die füllen Sie nicht aus, die lesen Sie.

Schritt für Schritt

  1. Angebot öffnen und die Liste von oben durchgehen. Über der Liste steht „x von y Positionen bepreist"; y sind alle bepreisbaren Positionen ohne Vorbemerkungen.
  2. Einheitspreise eintragen. Komma oder Punkt, beides geht. Der Betrag rechnet sich selbst.
  3. Lücken beantworten, während Sie ohnehin in der Position sind. Offene Lücken sind mit „offen" markiert — sammeln Sie die nicht bis zum Schluss, das wird am letzten Tag zur Fleißaufgabe.
  4. Hinweise setzen, wo es nötig ist. Bis zu 500 Zeichen je Position, sie erscheinen beim Auftraggeber an genau dieser Position. „Fabrikat abweichend, gleichwertig" gehört dorthin, nicht in eine Begleitmail.
  5. Zusatzpositionen anlegen für Leistungen, die fehlen, aber für die Ausführung nötig sind. Sie brauchen eine eigene Nummer, ein Stichwort, eine Einheit und eine Menge. Das Leistungsverzeichnis ändert sich dadurch nicht — Ihre Ergänzung ist für den Auftraggeber als solche erkennbar, und er entscheidet, ob er sie beauftragt.
  6. Nachlass und Umsatzsteuer am Schluss. Ohne USt-Satz darf der Datenträger laut Norm keine Gesamtsummen enthalten, der Auftraggeber bekäme ein Angebot ohne Endsumme.

Lohnanteil und Sonstiges

Verlangt der Auftraggeber Preisanteile, erscheinen zwei Spalten statt einer, und der Einheitspreis ist nicht mehr eingebbar: Er ist die Summe aus Lohnanteil und Sonstiges (Material, Geräte, Fremdleistungen, Zuschläge). Die Norm verlangt genau diese Gleichheit; zwei Eingaben, die zusätzlich eine dritte ergeben müssten, laufen sonst auseinander.

Der Sinn dahinter zeigt sich erst später. Bei veränderlichen Preisen gleiten Lohn und Sonstiges nach verschiedenen Indizes (ÖNORM B 2111). Ohne die Aufteilung ist die Preisumrechnung nicht rechenbar — und dann streitet man auf der Baustelle darüber, was der Index eigentlich betrifft.

Zwei Nachlässe, feste Reihenfolge

  • Nachlass in Prozent wird zuerst gerechnet.
  • Nachlass als Betrag danach abgezogen.

Die Reihenfolge gibt die ÖNORM vor. Umgekehrt käme ein anderer Betrag heraus, und zwar zu Ihren Lasten oder zu denen des Auftraggebers, je nachdem.

Woran es scheitert

  • Eine leere Lücke. Der häufigste Grund, warum ein sonst gutes Angebot zurückfällt.
  • Preis auf einer Position mit Menge 0. Solche Positionen nehmen einen Preis entgegen, der in keine Summe fließt. Bei einer Wahl- oder Eventualposition ist das normal, sonst ein Hinweis, dass im Leistungsverzeichnis etwas nicht stimmt — fragen Sie nach, bevor Sie kalkulieren.
  • Vorbemerkung bepreisen wollen. Zeilen ohne Einheit sind Überschriften oder Vertragstext und tragen keinen Einheitspreis.
  • Eigene Positionsnummern erfinden. Das Angebots-LV trägt exakt die Nummern und die Gliederung des Auftraggebers, sonst kann er es nicht maschinell einlesen. Ergänzungen laufen über Zusatzpositionen.

Was danach sinnvoll ist

Wenn die Preise nicht aus dem Bauch kommen sollen: Kalkulieren nach ÖNORM B 2061. Und zum Abgeben: Angebot legen.

Diese Schritte gehen in BauNormal — 30 Tage kostenlos, ohne Zahlungsdaten, endet automatisch.

Kostenlos testen
Robert Beisteiner
Robert Beisteiner, BauNormal

Zuletzt geprüft am

Diese Anleitung wird mit der Anwendung gepflegt. Fehlt etwas oder stimmt ein Schritt nicht mehr mit dem überein, was Sie am Bildschirm sehen, schreiben Sie uns bitte an info@baunormal.at — wir antworten schnellstmöglich.

Weitere Anleitungen

Wenn Sie neu sind
Wenn Sie ausschreiben
Wenn Sie anbieten
Für beide Seiten