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Schnittstellen — BIM/IFC, GAEB und die ÖNORM-Datenträger

Welche Datei wofür gut ist: IFC-Modelle auswerten, deutsche GAEB-LVs einlesen, ÖNORM-Datenträger geben und nehmen — und wo die Grenzen liegen.

Daten wandern zwischen Programmen — und an jeder Übergabe entstehen Fehler, wenn abgetippt wird. Dieser Artikel ist die Landkarte der Formate: welche Datei wofür gut ist, was ein IFC-Modell an Mengen hergibt, wie ein deutsches GAEB-LV hereinkommt und wo die Grenzen liegen. BauNormal liest und schreibt die ÖNORM-Datenträger, wertet IFC-Modelle aus und sagt dabei ausdrücklich, was eine Modellmenge ist — eine Vorlage, keine prüffähige Abrechnungsmenge.

Was Sie danach haben

Einen Überblick, welche Datei an welcher Stelle hineingeht und was dabei herauskommt — statt der Vermutung, „irgendwie" ließen sich Daten schon austauschen. Und im BIM-Fall Mengen aus dem Planungsmodell, die nicht abgemessen werden mussten.

Was BauNormal dabei abnimmt

  • Alle A-2063-Dateiarten in einem Haus — Katalog, LV, Angebot, Rechnung, Preise, Gliederungssysteme.
  • Mengen aus dem IFC-Modell je Bauteil, verknüpfbar mit LV-Positionen und übernehmbar als Soll-Vorlage ins Aufmaß.
  • Zwei Planstände vergleichen: hinzugekommen, entfernt, geändert — der schnellste Weg zu Nachtragsursachen.
  • Deutsche GAEB-LVs einlesen mit Vorschau, statt Positionen neu zu erfassen.
  • Die Modelldatei wird nicht gespeichert — analysiert und verworfen; bei Ihnen bleiben die ausgelesenen Daten.

Voraussetzungen

  • Der Expertenmodus für BIM und GAEB.
  • Für BIM: ein IFC-Modell aus der Planung, erreichbar über einen Freigabe-Link.
  • Für GAEB: eine GAEB-DA-XML-Datei (Version 3.2 oder 3.3).

Die Landkarte der Formate

DateiHerkunftWofür
ONLBHerausgeberLeistungsbeschreibung, der Katalog
ONLVAG oder BieterLeistungsverzeichnis in allen Spielarten
ONAB/ONAUBieterAngebot als Datenträger
ONREAuftragnehmerRechnung samt Aufmaß
ONPRjede SeitePreise und Kennwerte zu einer LB
ONBGSHerausgeberGliederungssysteme, Bauproduktlisten, Parameterlisten
BPEL/BPEK/BAEKPlanung, AVABIM-gestützte AVA nach A 2063-2
GAEB DA XMLdeutsche Planer und AVALV-Austausch in Deutschland
IFCCADherstellerneutrales 3D-Gebäudemodell

Schritt für Schritt: BIM — vom Modell zur Menge

IFC ist das offene Austauschformat für 3D-Gebäudemodelle; jedes CAD-Programm kann es exportieren. Darin steckt jedes Bauteil mit Typ, Geschoss und Mengen.

Der Ablauf im Projekt, Reiter BIM:

  1. Modell hinzufügen — Name und ein öffentlicher Freigabe-Link zur IFC-Datei. Das Modell wird analysiert; die Datei selbst wird nicht gespeichert, bei Ihnen bleiben die ausgelesenen Daten.
  2. Bauteile mit LV-Positionen verknüpfen — einzeln, für einen ganzen IFC-Typ auf einmal oder per Vorschlag. Ohne diese Zuordnung kann nichts gerechnet werden; ein Fortschrittsbalken zeigt, wie weit Sie sind.
  3. Modellmengen ermitteln und als Soll-Vorlage in ein Aufmaßblatt übernehmen. Das Aufmaß beginnt damit nicht bei null.
  4. Soll gegen Ist vergleichen: die eingefrorene Modellmenge gegen das tatsächliche Aufmaß, Abweichungen über ein Prozent hervorgehoben.
  5. Kostenschätzung rechnen: Modellmenge × hinterlegter Einheitspreis, mit Aufteilung in Lohn und Sonstiges und einer Summe je Bauteiltyp.
  6. Planstände vergleichen: Der Änderungsreport listet hinzugekommene, entfernte, geänderte und unveränderte Bauteile — abgeglichen über die eindeutige IFC-Kennung. Im 3D-Viewer ist Neues grün und Geändertes orange. Das ist der schnellste Weg, Nachtragsursachen zu erkennen.

A 2063-2 ist die Normseite davon: BPEL ist die Projektelementliste (Bauteile mit Mengen und IFC-Bezug), BPEK und BAEK sind die zugehörigen Kataloge. Sie können eine BPEL ausgeben, eine erhaltene Datei gegen das Schema prüfen und mit Ihrem Modell abgleichen — oder eine fremde BPEL als eigenständiges Modell einlesen.

GAEB: ein deutsches LV übernehmen

GAEB DA XML ist das deutsche Gegenstück zur ÖNORM A 2063. Kommt Ihr LV von einem deutschen Planer, lesen Sie es hier ein:

  1. Datei wählen und prüfen — die Vorschau nennt Version, Austauschphase, OZ-Maske, Gliederung und Positionen.
  2. Passt sie, den Import bestätigen. Die Positionen entstehen als ÖNORM-Positionen des Projekts.

Die OZ-Maske (die deutsche Ordnungszahl-Struktur) wird dabei auf die ÖNORM-Hierarchie abgebildet. Das ist der Punkt, an dem man hinsehen sollte: Zwei Nummernsysteme sind nie ganz deckungsgleich, und was hinterher in Ihrem LV steht, ist die österreichische Lesart.

Was Sie nicht erwarten sollten

  • IFC ist keine Mengenermittlung nach ÖNORM. Was im Modell steht, ist die geplante Geometrie — die Abrechnungsregeln der jeweiligen Werkvertragsnorm rechnet niemand daraus. Die Modellmenge ist eine sehr gute Vorlage, keine prüffähige Menge.
  • Kein Datenträger ersetzt das Lesen. Ein importiertes LV ist der Stand des Absenders; Mengen, Lücken und Vorbemerkungen bleiben zu prüfen.
  • Kein Round-Trip ohne Verluste über Systemgrenzen. Zwischen ÖNORM-Ausgaben 2015 und 2021 meldet die Anwendung, was in der Zielausgabe nicht darstellbar ist, statt still etwas anderes zu schreiben. Bei GAEB gilt dasselbe im Kopf des Bearbeiters.

Häufige Fehler

  • Ein Modell importieren, ohne Bauteile zuzuordnen. Dann gibt es Bauteile, aber keine Mengen je Position.
  • Modellmengen ungeprüft abrechnen. Sie sind Soll, nicht Ist.
  • Die neueste Katalogversion beim Import erzwingen. Maßgeblich ist die Fassung, auf die sich der Vertrag beruft.
  • Dateien per Mail hin und her schicken, statt sie im Projekt abzulegen. Die Ablage ist der Ort, an dem Aufmaß und Abnahme sie wiederfinden.

Was danach sinnvoll ist

Die Mengenseite am Bau steht in Mengen aus Plänen und Aufmaßblatt anlegen. Wer nur einen fremden Datenträger prüfen will, ohne ihn zu importieren, kann das mit dem ÖNORM-Prüfer auf baunormal.at tun.

Diese Schritte gehen in BauNormal — 30 Tage kostenlos, ohne Zahlungsdaten, endet automatisch.

Kostenlos testen
Robert Beisteiner
Robert Beisteiner, BauNormal

Zuletzt geprüft am

Diese Anleitung wird mit der Anwendung gepflegt. Fehlt etwas oder stimmt ein Schritt nicht mehr mit dem überein, was Sie am Bildschirm sehen, schreiben Sie uns bitte an info@baunormal.at — wir antworten schnellstmöglich.

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