Für Bieter

Kalkulieren nach ÖNORM B 2061

Mittellohn, Mannschaft, Zuschläge und K-Blätter — Einheitspreise herleiten statt schätzen.

Einheitspreise herleiten statt schätzen — das ist der Unterschied zwischen einem Angebot, das man verteidigen kann, und einer Zahl, die man erklären muss. Dieser Artikel zeigt den Weg von den Stammdaten (Mittellohn, Material, Geräte) über das Zuschlagsschema bis zum freigegebenen Preis. BauNormal rechnet die Kette nach ÖNORM B 2061 mit, sperrt die Freigabe bei Rechenfehlern und schreibt den Stand fest, mit dem Sie angeboten haben.

Was Sie danach haben

Einheitspreise, die Sie erklären können. Wenn ein Auftraggeber nach der Zusammensetzung einer Position fragt — und bei einer vertieften Preisprüfung fragt er —, drucken Sie die K-Blätter aus, statt eine Nacht lang zu rekonstruieren, wie die Zahl entstanden ist.

K-Blatt Personal nach ÖNORM B 2061 mit Lohngruppen, Mittellohn und Zuschlägen
Das K3-Blatt: Lohngruppen und Mittellohn, aus denen sich jeder Einheitspreis speist.

Was BauNormal dabei abnimmt

  • Stammdaten einmal, Angebote beliebig oft. Personalgruppen, Material, Geräte und Zuschlagsschema gelten organisationsweit.
  • Der Einheitspreis rechnet live mit, während Sie den Ansatz aufbauen — Ressourcen und Bausteine einsetzen, fertig.
  • Die staffelweise Zuschlagskette (K2) rechnet die Norm, nicht das Bauchgefühl — aufsummierte Prozentsätze ergäben systematisch zu wenig.
  • Die Prüfung sperrt die Freigabe, solange ein Einheitspreis 0 ist oder Preisanteile nicht aufgehen.
  • Die Freigabe erzeugt einen unveränderlichen Stand samt Prüfsumme — spätere Stammdatenänderungen ändern abgegebene Angebote nie rückwirkend.

Voraussetzungen

  • Das Zusatzmodul Kalkulation. Es ist buchbar je Organisation; ob es aktiv ist, sehen Sie auf der Karte oben auf der Kalkulationsseite oder unter Abo.
  • Ihre Stammdaten: Personalgruppen, Material, Geräte. Ohne die rechnet die Kalkulation nichts Sinnvolles, und mit erfundenen Werten rechnet sie etwas Falsches.

Die Reihenfolge, in der es funktioniert

Die Versuchung ist groß, gleich bei der Position anzufangen. Das geht schief, weil jeder Ansatz auf Stammdaten zugreift, die es dann noch nicht gibt. Der Weg ist:

  1. Personal (K3). Je Personalgruppe den Mittellohn aufbauen: KV-Lohn, Überzahlung, Zulagen, Sonderzahlungen, direkte und umgelegte Personalnebenkosten, Personalgemeinkosten. Der Teiler sind die produktiven Stunden pro Jahr — er entscheidet mehr über den Stundenpreis als jeder einzelne Zuschlag darüber.
  2. Mannschaft, wenn Sie in Partien rechnen. Eine Mannschaft ist kein zweiter Preissatz, sondern eine Rechnung: Sie stellen die Partie zusammen, wie sie auf der Baustelle steht — etwa 1 Polier, 2 Facharbeiter, 1 Hilfsarbeiter —, und daraus ergibt sich der Verrechnungssatz je Stunde. Fehlt einer beteiligten Gruppe der Mittellohn, wird bewusst kein Satz gerechnet: Ein Satz von 0,00 € fällt niemandem auf und wandert in ein Angebot, in dem Arbeitsstunden nichts kosten.
  3. Material (K4), Geräte (K6), Fremdleistungen, sonstige Kosten.
  4. Zuschläge (K2). Das Zuschlagsschema, mit dem aus Kosten Preise werden.
  5. Bausteine (K5) für alles, was Sie immer wieder gleich kalkulieren.

Schritt für Schritt

  1. Stammdaten pflegen unter Kalkulation. Sie gehören der Organisation und gelten für alle Angebote — einmal ordentlich, statt bei jedem Angebot neu.
  2. Angebot öffnen, Reiter Kalkulation. Je Position bauen Sie den Ansatz auf: Ressourcen und Bausteine einfügen, Ansätze und Verschnitt erfassen. Der Einheitspreis rechnet live mit.
  3. Zuschlagsschema wählen und Umlagen verteilen. Projektkosten, die keiner einzelnen Position gehören, landen hier — und zwar nach einem Schlüssel, den Sie erklären können.
  4. Prüfen. Die Prüfung sperrt die Freigabe, solange Fehler offen sind: ein Einheitspreis von 0, Preisanteile, die nicht dem Einheitspreis entsprechen, und Ähnliches.
  5. Freigeben. Das erzeugt einen unveränderlichen Stand. Ab da wissen Sie, mit welchen Zahlen Sie angeboten haben, auch wenn die Stammdaten sich später ändern.
  6. Preise ins Angebot übernehmen. Die freigegebenen Einheitspreise werden als Vorschlag in die Angebotsfelder geschrieben; optional wandern sie zusätzlich in Ihre Preisverwaltung.

Rückwärts rechnen

Manchmal steht der Preis fest, bevor die Kalkulation steht — weil der Markt ihn vorgibt oder weil Sie den Auftrag wollen. Dafür gibt es den Zielpreis: Sie geben vor, wo Sie herauskommen wollen, und sehen, was das für die Zuschläge bedeutet. Das ist ehrlicher als das, was sonst passiert, nämlich dass jemand die Stunden nach unten „korrigiert", bis die Zahl passt. Der Zielpreis zeigt, welche Marge übrig bleibt. Ob man sie annimmt, ist dann eine unternehmerische Entscheidung und keine Rechenfrage.

Was die K-Blätter taugen

K2 bis K7 sind der Nachweis, wie ein Preis entstanden ist. Zwei Situationen, in denen sie den Unterschied machen:

  • Vertiefte Preisprüfung. Ein Angebot, das deutlich unter den anderen liegt, muss erklärt werden. Mit K-Blättern ist das eine Stunde Arbeit, ohne sie ein Problem.
  • Nachtrag. Ein Nachtragspreis wird aus der Preisbasis des Hauptauftrags abgeleitet. Wer diese Basis dokumentiert hat, verhandelt über Mengen. Wer sie nicht hat, verhandelt über alles.

Was danach sinnvoll ist

Die fertigen Preise gehen ins Angebot: Bieterlücken füllen und Preisanteile eintragen, dann Angebot legen.

Diese Schritte gehen in BauNormal — 30 Tage kostenlos, ohne Zahlungsdaten, endet automatisch.

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Robert Beisteiner
Robert Beisteiner, BauNormal

Zuletzt geprüft am

Diese Anleitung wird mit der Anwendung gepflegt. Fehlt etwas oder stimmt ein Schritt nicht mehr mit dem überein, was Sie am Bildschirm sehen, schreiben Sie uns bitte an info@baunormal.at — wir antworten schnellstmöglich.

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