Für Auftraggeber

Schätzpreise und Kostenrahmen

Interne Preise erfassen, aus dem Bieter-PDF heraushalten und die Abweichung im Vergleich richtig lesen.

Vor der Vergabe wissen, was die Sache kosten darf — und nach dem Angebotseingang sehen, wo es auseinanderläuft. Dafür gibt es Schätzpreise: Ihre eigene Kostenannahme je Position. Der heikle Teil ist, dass sie intern bleiben müssen; ein Bieter, der Ihre Annahme kennt, bietet knapp darunter. BauNormal hält sie deshalb aus dem Bieter-PDF heraus und stellt im Preisspiegel jedes Angebot Ihrer Annahme gegenüber.

Was Sie danach haben

Eine Zahl, gegen die Sie die eingegangenen Angebote halten können — und die Sicherheit, dass diese Zahl nicht versehentlich im PDF steht, das an die Bieter geht.

Was BauNormal dabei abnimmt

  • Preise aus Ihrem Preisstamm werden je Position vorgeschlagen — Sie schätzen nicht neu, was Sie schon einmal kalkuliert haben.
  • Ein Schalter im Druckprofil entscheidet über alle Dokumente auf einmal, ob Schätzpreise gedruckt werden. Einmal prüfen, danach nie wieder daran denken.
  • Die Kostenschätzung sehen nur Bearbeiter Ihrer Organisation — Bieter bekommen sie nie zu sehen, auch nicht im Datenträger.
  • Im Preisspiegel steht Ihre Annahme neben jedem Angebot, samt Abweichung je Position. Die Position, die aus dem Rahmen fällt, finden Sie so in Sekunden.
  • Wer es genauer braucht, rechnet statt zu schätzen: dieselbe Oberfläche erlaubt eine vollständige Kostenschätzung nach ÖNORM B 2061.

Voraussetzungen

  • Eine Ausschreibung mit Positionen und Mengen.
  • Preise, die Sie ansetzen können: aus einem vergleichbaren Projekt, aus einer Kalkulation oder aus Erfahrungswerten Ihrer Organisation.

Woher die Preise kommen

Die Einheitspreise stehen unter Preisverwaltung und gehören der Organisation, nicht der einzelnen Ausschreibung — wer zum dritten Mal eine Sanitärinstallation ausschreibt, soll nicht zum dritten Mal raten müssen.

Wo Preise aus einem älteren Projekt stammen, hilft die Fortschreibung über Preisindizes nach ÖNORM B 2111. Ein Einheitspreis von 2023 ist keine Schätzung für 2026, sondern eine Erinnerung — die Anwendung rechnet ihn mit dem hinterlegten Index hoch, statt dass Sie im Kopf einen Aufschlag dazuerfinden.

Schritt für Schritt

  1. Preise hinterlegen unter Organisation → Preisverwaltung. Je Position ein Einheitspreis, optional mit Gültigkeitsdatum und Index.
  2. Ausschreibung öffnen, Reiter Positionen. Als Bearbeiter sehen Sie eine zusätzliche Spalte mit dem Schätzpreis und in der Kopfzeile die Schätzsumme der jeweiligen Gruppe. Kein Bieter sieht das.
  3. Lücken in der Schätzung schließen. Positionen ohne Schätzpreis fehlen in der Summe. Bei einem LV mit 400 Positionen sind zwanzig ungeschätzte Positionen schnell zehn Prozent der Bausumme.
  4. Kostenverteilung ansehen (Reiter Übersicht). Sie verteilt die Schätzsumme nach ÖNORM B 1801-1 auf Grund, Aufschließung, Bauwerk-Rohbau und Bauwerk-Technik. Positionen ohne Zuordnung stehen getrennt darunter, mit Betrag und Anteil — eine Verteilung, die einen Teil verschweigt, wäre irreführend.
  5. Kostenkennwerte prüfen, wenn Sie Erfahrungswerte haben: Bauwerkskosten je m² BGF und Ähnliches. Dafür braucht die Anwendung die Bezugsgröße des Bauwerks; die erfassen Sie am Projekt unter Eigenschaften → Objektwerte, weil ein Bauwerk eine BGF hat, auch wenn es zehn Gewerke ausschreibt.

Die Schätzpreise aus dem Bieter-PDF heraushalten

Das ist der Punkt, an dem es peinlich wird, wenn man ihn übersieht. Im Druckprofil unter „Inhalte" schalten Sie aus, was das Dokument enthält: Preise, Schätzpreise, Langtexte, Deckblatt.

Zwei Wege sind üblich:

  • Preise ganz aus — das Leistungsverzeichnis geht ohne Beträge an die Bieter. Das ist der Normalfall.
  • Nur Schätzpreise aus — wenn Sie ein Dokument brauchen, das Vertragspreise zeigt, aber nicht Ihre interne Kalkulation.

Prüfen Sie es einmal am Testdruck, bevor Sie versenden. Der erzeugt ein echtes PDF mit den Werten, die gerade im Formular stehen, ohne zu speichern.

Die Abweichung im Vergleich lesen

Sobald Angebote da sind, steht im Preisspiegel über jedem Bieter die Abweichung zu Ihrer Schätzung. Damit lässt sich mehr anfangen als mit dem Rang:

  • Alle Angebote deutlich über der Schätzung. Dann ist meist die Schätzung alt, oder das LV verlangt etwas, das teurer ist als gedacht. Ein Blick in die A-Positionen der ABC-Analyse zeigt schnell, wo die Summe entsteht.
  • Ein Angebot deutlich unter den anderen. Die Anwendung kennzeichnet ein Angebot, das 25 Prozent oder mehr unter dem Median der übrigen liegt, mit „Prüfen". Das ist ein Anlass für eine vertiefte Preisprüfung, kein automatischer Ausschluss.
  • Ihre Schätzung trifft auf den Cent. Kommt vor, ist aber kein Beweis für gute Arbeit. Prüfen Sie trotzdem die Einzelpreise; Summen können sich gegenseitig ausgleichen.

Was danach sinnvoll ist

Jetzt können die Bieter dazu: Bieter einladen und Fristen setzen.

Diese Schritte gehen in BauNormal — 30 Tage kostenlos, ohne Zahlungsdaten, endet automatisch.

Kostenlos testen
Robert Beisteiner
Robert Beisteiner, BauNormal

Zuletzt geprüft am

Diese Anleitung wird mit der Anwendung gepflegt. Fehlt etwas oder stimmt ein Schritt nicht mehr mit dem überein, was Sie am Bildschirm sehen, schreiben Sie uns bitte an info@baunormal.at — wir antworten schnellstmöglich.

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Für beide Seiten